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Branchen im Überblick

Bulgariens Industriebranchen erholen sich langsam von der Krise. Seit Jahresbeginn 2014 trifft dies sogar auf die Baubranche zu. Positive Tendenzen sind auch im Einzelhandel zu spüren. Der Industrieproduktionsindex legte im März 2014 um 4,2% zum Vorjahr zu. Bergbau (+6,7%), verarbeitende Industrie (+4,7%) sowie die Erzeugung von Strom, Wärme und Gas (+2,4%) entwickelten sich positiv. Im produzierenden Gewerbe erlebten Pkw und Anhänger (+40,7%) den größten Zuwachs, gefolgt von Computern und Kommunikationstechnik, Elektro- und optischen Produkten (+28,1%). Transportmittel ohne Pkw (+23,2%), Gummi- und Kunststofferzeugnisse (+18,5%) sowie Textilien (+17,4%) folgten dahinter. Den größten Rückgang verbuchte die Produktion von Zigaretten (-17,4%).

 

Maschinenbau:

Impulse aus Investitionen in Infrastruktur, Energiewirtschaft und Bergbau. 

 

Kfz:

Zulieferer bauen Kapazitäten aus; Pkw-Markt mit leichter Erholung.

 

Chemie:

Investitionen in der Mineralölindustrie.

 

Bau:

Impulse aus Vorhaben in der kommunalen Infrastruktur und im Kraftwerksbau.

 

Elektro:

Vorhaben ausländischer Investoren; Kraftwerksbau könnte Nachfrage stärken.

 

IKT:

Deutliches Marktwachstum bis 2017 erwartet.

 

Umwelttechnik:

EU-Förderung für Vorhaben in den Bereichen Abfall, Wasser/Abwasser.

 

Medizintechnik:

Kleiner Markt, langsame Erholung; Nachfrage privater Praxen und Kliniken.

 

Handel:

Deutsche Unternehmen gut aufgestellt.

 

Tourismus:

Erhebliches touristisches Potenzial.

 

Bekleidung:

In den nächsten zehn Jahren positive Perspektiven.

 


Marktpotenzeial für deutsche   Unternehmen 2014

Maschinenbau:

Kfz:

Chemie:

Bau:

Elektro:

IKT:

Umwelttechnik:

Medizintechnik:

Handel:

Tourismus:

Bekleidung:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Maschinen- und Anlagenbau

Der Maschinen und Anlagenbau ist stark mit der Wirtschaftsentwicklung verknüpft. Für die Anschaffung von Maschinen stehen den Unternehmen EU-Fördermittel zur Verfügung. Der künftige Bedarf folgt Investitionen in die Infrastruktur (Autobahnbau, Ausbau der Sofioter U-Bahn und des Schienennetzes), im Energiesektor (Kraftwerke und Pipelines) und im Bergbau (Gewinnung von Bodenschätzen). Nachholbedarf zeigen der Agrarsektor, die Lebensmittel- und Verpackungsindustrie sowie die Bekleidungs- und Textilindustrie. Die bulgarische Maschinen- und Anlagenbaubranche ist deutlich exportorientiert, fast 50% der Lieferungen gehen nach Russland. Die Krise um die Ukraine, eventuelle Wirtschaftssanktionen der EU gegenüber Russland und der Wertverlust der russischen und ukrainischen Währung erschweren die Maschinenbauexporte in diese Länder

 

Kfz-Industrie

Seit 2010 nehmen die Verkaufszahlen auf dem Automobilmarkt langsam wieder zu. So lag der Pkw-Absatz 2013 mit 23.446 Einheiten knapp 2% über dem Niveau von 2012. Für 2014 wird mit Verkäufen von rund 24.000 Pkw gerechnet. Dank der niedrigen Ausgangsbasis konnte sich Bulgarien im 1. Quartal 2014 mit dem zweithöchsten Zuwachs in der EU profilieren. Laut European Automobile Manufacturers´ Association (ACEA) legte der Absatz um 30,4% auf 4.619 neue Pkw zu. Mehrere deutsche Kfz-Zulieferer produzieren bereits seit Jahren in Bulgarien, neue kommen hinzu, andere erweitern ihre Kapazitäten. Im Mai 2014 startete der Test eines Elektrobusses, eine Koproduktion der bulgarisch-israelischen Firma Chariot Motors mit dem chinesischen Bushersteller Higer. Bei günstigen Testergebnissen ist eine Produktion in Bulgarien nicht ausgeschlossen.

 

Chemie

Die Krise zwischen der Ukraine und Russland dürfte die bulgarischen Chemieexporte deutlich beeinflussen. Anderseits ist Russland eine wichtige Rohstoffquelle für die bulgarische Chemieindustrie. Im Sektor erfolgt eine Reihe von Investitionen. Zu den größten gehört der Bau einer Hydrocrackinganlage in der Raffiniere Burgas durch Lukoil Neftochim im Wert von 1,5 Mrd. $. Im Jahr 2015 soll der Komplex eröffnet werden. Im Jahr 2013 hat die belgische Gruppe Solvay rund 28 Mio. Euro in den Bau einer Destillationssäule im bulgarischen Werk Soda Solvay Sodi investiert. In SOL Bulgaria hat die italienische Firma SOL spa (Monza, Italien) rund 25,5 Mio. Lewa in der Sparte Industriegase eingesetzt. Die bulgarische Kosmetikfirma Lavena plant den Bau einer neuen Fabrik im Wert von 6,8 Mio. Lewa.

 

Bauwirtschaft

Bulgariens Bauwirtschaft war stark von der Krise betroffen. Experten gehen für 2014 von einem weiteren Rückgang der Bauleistung aus. Private Investitionen sind schwach. Eine leichte Belebung soll durch Straßeninstandsetzung, integrierte Pläne zur Entwicklung der Großstädte, Sanierung von Wohngebäuden und eventuell öffentlich-private Partnerschaften beim Bau sozialer Infrastruktur kommen. Der klassische Hoch-/Wohnungsbau zeigt wenig Dynamik. Impulse für die Bauwirtschaft dürften EU-Fördermittel der Periode 2014 bis 2020 bringen. Vorgesehen sind Ausbau und Modernisierung des Autobahn- und Schienennetzes. Im Bereich der kommunalen Infrastruktur sind Bau und Sanierung der Wasser- und Abwassersysteme sowie Mülldeponien und Recyclinganlagen geplant.

 

Elektrotechnik/Elektronik

Bulgarien gehörte früher zu den führenden Herstellern von Elektrotechnik in Osteuropa. Zahlreiche ausländische Unternehmen nutzen das Land heute als kostengünstigen Produktionsstandort. Die drei Regionalzentren Sofia, Botevgrad und Plovdiv sind Investitionsschwerpunkte. Ungünstigere Rahmenbedingungen bremsen den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien. Zwei weitere Blöcke (2x200 MW) des Kohlekraftwerks Maritza Istok 2 sind geplant. Diskutiert wird die Lebensdauerverlängerung der Blöcke 5 und 6 des KKW Kozloduy für über 500 Mio. Euro sowie ein neuer Block 7 (AP 1000 Reaktor), dessen Baubeginn Westinghouse (USA) 2016 anstrebt. 2014 soll der Bau des Kaskadenwasserkraftwerks Gorna Arda starten. Zwei Donau-Wasserkraftwerke, Turnu Magurele/Nikopol und Calarasi/Silistra, befinden sich in der Planung.

 

Informations- und Kommunikationstechnik

Der bulgarische IT-Markt lag 2013 bei knapp 1,1 Mrd. $. Die Marktforschungsfirma IDC erwartet ein Durchschnittswachstum von 6,7% pro Jahr bis 2017. Die Nachfrage nach günstigen Tablets und Smartphones sowie schrumpfender PC-Absatz kennzeichnen die Entwicklung auf dem Markt. In Sofia soll mit EU-Fördermitteln ein bulgarisches "Silicon Valley" entstehen. Das Projekt Sofia Tech, das Raum für Startup-Firmen im Bereich IT bieten soll, wird unter anderem mit 42,5 Mio. Euro aus dem Operationellen Programm "Wettbewerbsfähigkeit" der EU finanziert. Interesse an diesem Projekt haben bereits Softwareunternehmen wie Haemimont und EMC gezeigt, die Speicher- und Serverdienste (Cloud-Computing) anbieten wollen. Die deutsche Firma ZMDI plant, dort ihre FuE-Aktivitäten anzusiedeln. Huawei (VR China) erwägt, Bulgarien als europäisches FuE-Regionalzentrum zu nutzen.

 

Umwelttechnik

Der Nachholbedarf Bulgariens bei Umwelttechnik ist groß. Die EU stellt umfangreiche Fördermittel für die Bereiche Wasserversorgungs- und Abwassersysteme sowie Abfallsammlung und -entsorgung zur Verfügung. Zu den großen Investitionsprojekten im Abfallbereich zählt der Bau eines integrierten Systems für die Abfallbehandlung der Gemeinde Sofia mit einem Wert von rund 346 Mio. Lewa. Die anderen Investitionsprojekte entstammen der Prioritätsachse 1 des Operationellen Programms "Umwelt": Verbesserung und Entwicklung der Infrastruktur für Trink- und Abwasser und Verbesserung der Luftqualität. Hierzu gehören Projekte für den Wasserzyklus der Städte Vratza, Gabrovo, Assenovgrad, Dobritsch-Phase 1 und Plovdiv-Phase 1 wie auch Pleven-Dolna Mitropolia. Diese Projekte befinden sich in unterschiedlichen Entwicklungsstadien.

 

Medizintechnik

Der bulgarische Markt für medizinische Ausrüstungen und Verbrauchsmaterialien gehört zu den kleinen in der EU. Die Nachfrage nach moderner Medizintechnik geht vor allem von privaten Kliniken und Praxen aus. Der Bedarf wird weitgehend durch Importe gedeckt. Nach Einschätzung des Marktforschungsunternehmens Espicom wird der Markt bis zum Jahr 2018 ein Volumen von 274,1 Mio. $ erreichen. Ein starkes Wachstum stellt Espicom bei Ausrüstungen zur bildgebenden Diagnostik fest. Das Investitionsvorhaben der Firma Amet in Höhe von 0,645 Mio. Lewa für die Produktion von Medizinelektronik wurde im Jahr 2013 durch die bulgarische Agentur für ausländische Investitionen zertifiziert. Der staatliche Gesundheitssektor machte zuletzt negative Schlagzeilen durch Streiks seines unterbezahlten ärztlichen Personals.

 

Groß- und Einzelhandel

Der deutsche Groß- und Einzelhandel ist in Bulgarien gut repräsentiert. 2013 hatte die Metro-Gruppe (Metro Cash & Carry, Metro Kompakt) 14 Märkte. Der REWE-Konzern (Billa, Penny) ist ebenfalls seit 1999 präsent. Billa verfügte 2013 über 86 Märkte, Penny über 48. Die Schwarz-Gruppe ist durch Kaufland (45 Märkte) und Lidl (68 Geschäfte) vertreten. In der Sparte Parfümerie/Drogerie sind Douglas und DM vertreten, bei Bekleidung/Schuhen Peek & Cloppenburg, New Yorker und Deichmann. Praktiker wurde über den Eigentümer der bulgarischen Technokette Technopolis-Videolux Holding gekauft. Bauhaus ist der einzige Vertreter deutscher Baumärkte. Die belgische Einzelhandelskette Delhaize hat ihre Piccadilly-Kette verkauft. Die britische Kingfisher plant den Kauf der französischen Kette Mr. Bricolage.

 

Tourismus

Nach Angaben des World Travel & Tourism Council lag der Anteil der Tourismusbranche am bulgarischen BIP im Jahr 2013 bei 13,3%. Für 2014 ist ein Wachstum von 3,7% zu erwarten. Die Deviseneinnahmen aus dem Tourismus stiegen 2013 um 4,9% auf 3,1 Mrd. Euro. Rund 6,9 Mio. ausländische Touristen besuchten den Balkanstaat. Eine Strategie für eine nachhaltige Entwicklung des bulgarischen Tourismus bis 2030 ist in Vorbereitung. Für den Tourismus sind rund 160 Mio. Euro EU-Fördermittel vorgesehen. Eine russische Investition von 30 Mio. Euro ist in Sapareva Bania geplant. Zwischen Sapareva Bania und Govedarzi soll ein Megakurort "Destination Rila" für 550 Mio. Euro entstehen. Um den Wintertourismus im Pirin-Gebirge zu unterstützen soll ein Flughafen in der Nähe von Gotze Deltschev entstehen.

 

Textil und Bekleidung

Bulgarien liegt in der Nähe wichtiger Absatzmärkte. Das erlaubt im Vergleich zu Fernost deutlich kürzere Lieferzeiten bei guter Qualität der Produktion wie auch niedrigere Transportkosten. Hauptvorteil besteht in den noch niedrigen Arbeitskosten. Die Branche ist stark exportorientiert. Im Jahr 2013 lag Deutschland mit 27% an erster Stelle der bulgarischen Bekleidungsausfuhren. Der bulgarische Export von Bekleidung und Textilien in die EU verbuchte 2013 einen Zuwachs um 7%. Für 2014 erwarten Experten einen Anstieg um 3 bis 5%. Der italienische Textil- und Bekleidungskonzern E. Miroglio plant 55 Mio. Lewa in seine bulgarischen Fabriken in Sliven, Yambol und Svishtov zu investieren. Vorgesehen sind eine Erneuerung der Ausstattung, die Erweiterung der Produktpalette und der Bau einer neuen Fabrikhalle.

 

QUELLE: https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/maerkte,did=1040294.html

 

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