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WIRTSCHAFTSKENNZAHLEN
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Gesamtwirtschaftlicher Ausblick

 

Entwicklung des Bruttoinlandsprodukts

QUELLE: Germany Trade and Invest 2013/2014

Bulgariens Wirtschaft erholt sich sukzessive und tritt in eine Phase beschleunigten Wachstums ein. Dieser Trend kann sich auf ein breiteres Fundament stützen, da neben der Außenwirtschaft nun auch Investitionen und privater Verbrauch verstärkt positive Beiträge leisten.


Allerdings beruhen die Fortschritte weniger auf Strukturreformen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bescheinigt dem Land eine weiterhin hohe politische Ungewissheit im Reformprozess. Dies berge auch wirtschaftliche Risiken ebenso wie die Unsicherheit über die Erholung bedeutender Handelspartner in der EU, die Auseinandersetzung um die Ukraine und die hohe Abhängigkeit von russischen Gaslieferungen.


Die EU-Kommission sieht weitere Risiken in einer möglicherweise schwächeren als erwarteten Expansion des privaten Verbrauchs, da der labile Arbeitsmarkt nur wenig vom Wachstum profitiere. Dennoch prognostizieren Weltbank und IWF für 2015 einen beschleunigten BIP-Anstieg um 2,4 beziehungsweise 2,5%. Die bulgarische Regierung hat die Wachstumserwartung für 2014 wegen erwarteter stärkerer Investitionstätigkeit von 1,8 auf 2,1% heraufgesetzt.

 

 

Positive Perspektiven ergeben sich aus einer künftig höheren und effizienteren Verwendung von bereitstehenden EU-Fördermitteln, die über die Verbesserung der unternehmerischen Wettbewerbsfähigkeit und Infrastruktur nachhaltig auf die Wirtschaft einwirken. Die geplanten EU-Fördermittel für die Periode 2014 bis 2020 belaufen sich auf rund 15 Mrd. Euro, davon 7 Mrd. Euro in Form direkter Zahlungen an die Landwirte.

Fast 7,6 Mrd. Euro sind für verschiedene Operationelle Programme (OP) vorgesehen, darunter für die Landwirtschaft 2,3 Mrd. Euro, für Transport und Infrastruktur 1,6 Mrd. Euro, für Umwelt 1,5 Mrd. Euro, Regionen im Wachstum 1,4 Mrd. Euro und für Innovation und Wettbewerbsfähigkeit 1,2 Mrd. Euro. Von der alten Förderperiode 2007 bis 2013 sind im Jahr 2014 noch 1,8 Mrd. Euro zu erwarten. Ende März 2014 lag die Abrufquote für Mittel aus EU-Fonds bei 60,5%.

 

Wirtschaftliche Eckdaten

 

Indikator

2012

2013 1)

Vergleichsdaten Deutschland 2013

BIP (nominal, Mrd. Euro)

39,9

39,9

2.738

BIP pro Kopf (Euro)

5.482

5.512

33.346

Bevölkerung (Mio.)

7,282

7,246

80,5

Wechselkurs (1 Euro= Lewa) 2)

1,95583

1,95583

 

Im 1.Quartal 2014 legte die bulgarische Wirtschaft nach vorläufigen Angaben des Statistikamts um 1,2% gegenüber dem Vorjahresquartal zu. Der größte Wertschöpfungsbeitrag entfiel auf den Dienstleistungssektor (64,4%), gefolgt von der Industrie (32,7%) und vom Agrarsektor (2,9%). Die Entlastung für den Arbeitsmarkt bleibt gering. Die Erwerbslosigkeit sinkt nur geringfügig, während die Beschäftigung leicht expandiert. Zu den langfristig schweren Hypotheken zählen die alternde Bevölkerung und die fortgesetzte Auswanderung.


Bulgarien befindet sich seit August 2013 in einer Phase leichter Deflation, verursacht durch sinkende Importpreise und Preissenkungen bei Strom. Der harmonisierte Konsumgüterpreisindex HICP lag im Zwölfmonatszeitraum Juni 2013 bis Mai 2014 bei -1,0%. In der 2.Jahreshälfte 2014 dürfte das Vorzeichen wechseln. Bulgariens öffentliches Defizit liegt bei leicht steigender Tendenz 2014 bei knapp 2% des BIP. Die öffentliche Schuld beläuft sich laut EU-Kommission auf etwa 23%. Die Devisenreserven des Landes betrugen Ende April 2014 über 12 Mrd. Euro. Dies entsprach einer Importdeckungsquote von rund fünfeinhalb Monaten.

 

 

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